Henrik Thießen
Früher Bankkaufmann, dann Erwachsenenbildung. Hat selbst mal ein Jahr lang jeden Cent aufgeschrieben – und dabei mehr über sich gelernt als in jedem Finanzlehrbuch.
Seit 2019 helfen wir Menschen dabei, ihre Finanzen besser zu verstehen. Angefangen hat alles mit einem Abendkurs in einem Gemeindesaal – acht Teilnehmer, ein Beamer und die Überzeugung, dass Budgetplanung kein Mysterium sein muss.
Heute erreichen wir über 2.000 Lernende pro Jahr. Aber unsere Philosophie ist dieselbe geblieben: Klare Sprache statt Fachjargon. Praktische Beispiele statt theoretische Modelle. Und immer die Frage: Würde das meine Nachbarin auch verstehen?
Vor sechs Jahren saß ich in einem Café und half einer Freundin, ihre monatlichen Ausgaben aufzuschlüsseln. Sie verdiente gut, hatte aber keine Ahnung, wo ihr Geld hinging. Nach zwei Stunden mit einem Notizblock und ihren Kontoauszügen war plötzlich alles klar.
Das passierte dann noch dreimal. Und noch einmal. Irgendwann fragte mich jemand: "Warum machst du daraus keinen richtigen Kurs?"
Also haben wir genau das getan. Der erste Kurs war chaotisch – zu viel Theorie, zu wenig Zeit für Fragen. Aber die Teilnehmer kamen wieder. Brachten ihre Freunde mit. Und so wuchs das Ganze organisch.
Wir geben zu, wenn wir etwas nicht wissen. Zeigen echte Beispiele – auch die, wo jemand Fehler gemacht hat. Denn aus denen lernt man meist mehr als aus perfekten Erfolgsgeschichten.
Manche brauchen drei Wochen für ein Thema, andere drei Monate. Beides ist okay. Wir richten uns nach dem Lernenden, nicht nach einem starren Zeitplan.
Jede Lektion endet mit einer konkreten Aufgabe. Nicht: "Denken Sie über Ihr Budget nach." Sondern: "Listen Sie heute Abend fünf Ausgaben der letzten Woche auf."
Früher Bankkaufmann, dann Erwachsenenbildung. Hat selbst mal ein Jahr lang jeden Cent aufgeschrieben – und dabei mehr über sich gelernt als in jedem Finanzlehrbuch.
Kommt aus der Schuldenberatung. Weiß genau, wo die Stolpersteine liegen – und wie man sie umgeht, bevor sie zum Problem werden.
Keine Vorträge, bei denen man nach zehn Minuten abschaltet. Stattdessen arbeiten wir mit echten Zahlen – oft die der Teilnehmer selbst. Natürlich anonymisiert, wenn gewünscht.
Ein typischer Kursabend:
Was dabei rauskommt? Meistens mehr Klarheit. Manchmal auch Erleichterung – weil die finanzielle Lage gar nicht so düster ist, wie befürchtet.